Vorteile von Webanwendungen für Mitarbeiter im Homeoffice?

Veröffentlicht am 09.04.2021 · max. 12 min. Lesedauer

Krisen sind Chancen. Seit Anfang 2020 beherrscht die Corona-Krise Deutschland und den Rest der Welt und Unternehmen müssen sich zum Teil neu organisieren. Viele Angestellte wurden zum ersten Mal mit dem Thema Homeoffice konfrontiert und mussten sich entsprechend umstellen. Natürlich ist nicht in jedem Unternehmen und für jeden (Solo-) Selbstständigen die Arbeit im Homeoffice möglich - aber diejenigen, für die es möglich ist, sollten diese Möglichkeit nutzen, um sich selbst und Andere vor einer möglichen Infektion und Weiterverbreitung des Virus effektiv zu schützen.

In sehr vielen Unternehmen wird mit lokal installierter Software gearbeitet, also mit Software, die auf dem jeweiligen Endgerät installiert ist und bei Änderungen regelmäßig aktualisiert werden muss. In Unternehmen mit vielen Mitarbeitern werden die Endgeräte häufig über das Netzwerk gesteuert, Zugriffsberechtigungen werden vergeben, eine Firewall sorgt für den Schutz vor Angriffen von Außen und es wird sichergestellt, dass Software und Betriebssystem auf jedem Gerät aktuell sind. Auf diese Weise wird eine unternehmensinterne IT-Infrastruktur aufgebaut, mit dem Fokus auf das Arbeiten vor Ort. Ist doch mal ein Zugriff auf das Firmennetzwerk von Außen notwendig, kommen meist sogenannte Virtual Private Networks (VPN) zum Einsatz, die eine gesicherte Verbindung zum Firmennetzwerk ermöglichen. Unternehmen betreiben auch Server im eigenen Haus, um die hundertprozentige Kontrolle über den Zugriff auf Daten und Software - physisch und über das Netzwerk - sicherstellen zu können. Es sind also nennenswerte Ressourcen erforderlich, damit das Unternehmen funktioniert.

Wie lässt sich also eine sichere, ressourcenschonende und flexible Infrastruktur schaffen, die zusätzlich Arbeit im Homeoffice oder Remote ermöglicht?

Was genau sind Webanwendungen?

Eine Webanwendung - auch Web-Applikation oder Online-Anwendung genannt - ist ein Anwendungsprogramm, welches nach dem Client-Server-Modell funktioniert und in einem Webbrowser ausgeführt und genutzt wird. Anders als klassische Desktop-Anwendungen werden Webanwendungen nicht auf dem lokalen Rechner des Benutzers installiert, sondern auf einem Server betrieben. Die Daten einer Webanwendung liegen üblicherweise in einer SQL- oder NoSQL-Datenbank, Dokumente und Dateien werden auf einem Storage-Server oder im Dateisystem des Web-Servers abgelegt.

Beispiele für Webanwendungen gibt es viele. Es könnte jedes Content-Management-System als Webanwendung bezeichnet werden, in diesem Artikel werden jedoch konkret Business-Anwendungen behandelt. Eine bekannte Webanwendung, die im Business-Umfeld zum Einsatz kommt, ist das Salesforce CRM oder auch Google Docs. Beide Anwendungen lassen sich vollumfänglich und ohne Einschränkungen mit jedem gängigen Webbrowser nutzen. Das Client-Server-Modell hingegen ist altbekannt. Bei Webanwendungen spielt der Webbrowser die Rolle des Clients - moderne Technologien ermöglichen auch eine Verarbeitung von Daten im Client - aber am Ende werden die Daten dann doch immer auf dem Server abgelegt.

Um die Berechtigungen des Datenzugriffs zu regeln, müssen sich Benutzer von Webanwendungen authentifizieren, meist mit einem Benutzernamen oder einer E-Mail-Adresse und einem Passwort. Die Möglichkeiten der Authentifizierung sind inzwischen sehr umfangreich und bieten eine sehr hohe Sicherheit. In der Software selbst können dann für jedem Benutzer individuelle Berechtigungen vergeben werden.

Da Webanwendungen mit jedem modernen Webbrowser genutzt werden können, sind sie auch auf mobilen Endgeräten wie Tablets und Smartphones nutzbar.

Webanwendungen erleichtern ortsunabhängiges Arbeiten im Team

Damit ein Nutzer die Webanwendung verwenden kann, benötigt er ein Endgerät (Laptop, PC, Smartphone oder Tablet). Folgende Faktoren haben keinen oder nur einen sehr geringen Einfluss darauf, ob die Webanwendung auf dem Endgerät nutzbar ist:

  • Betriebssystem
  • Treiber & Hardware
  • Browser (z.B. Firefox, Google Chrome, Safari, Microsoft Edge)
  • Bildschirmauflösung (abhängig vom Anwendungsfall)

Kennt der Anwender seine Zugangsdaten, kann er die Anwendung prinzipiell nutzen und seine Arbeit dort erledigen, wo ihm das entsprechende Endgerät zur Verfügung steht. Auch ist keine Installation der Software selbst oder das Einspielen von Updates auf dem Endgerät zur Nutzung der Webanwendung nötig. Browser, Betriebssystem und Firewall sollten natürlich trotzdem regelmäßig aktualisiert werden.

Natürlich ist das ohne weitere Maßnahmen nur dann möglich, wenn die Webanwendung auf einem Server betrieben wird, der außerhalb des Firmennetzwerks zugänglich ist. Aber auch via VPN kann auf Webanwendungen zugegriffen werden, die im Firmennetzwerk betrieben werden. Der Anwender muss lediglich das VPN-Netzwerk einrichten, damit das möglich ist.

Geschwindigkeit

Für die Verwendung von Webanwendungen ist eine konstante Internetverbindung notwendig, um kontinuierlich Daten mit dem Server austauschen zu können. Moderne Technologien ermöglichen es, die auszutauschenden Daten auf ein Minimum zu beschränken bzw. zu komprimieren, um die Geschwindigkeit der Software zu erhöhen. Es gibt bereits Webanwendungen für die Bildbearbeitung, die ein ähnliches Funktionsspektrum wie Adobe Photoshop zu bieten haben und in Sachen Geschwindigkeit auch bei einer langsamen Internetverbindung kaum Wünsche offen lassen.

Voraussetzung für eine hohe Geschwindigkeit bei Webanwendung ist auch ein leistungsfähiger Web-Server. Zahlreiche Hosting-Provider stellen skalierbare Cloud-Server bereit, die sich mit wenigen Klicks an die jeweilige Auslastung anpassen lassen. Die technische Basis steht bereit und kann kostengünstig von jedem Unternehmen eingesetzt werden.

Geht es um die Bearbeitung von sehr großen Dateien sind Desktop-Anwendungen aber nach wie vor klar im Vorteil. Um die Datei in einer Web-Anwendung bearbeitet werden können, müsste sie zunächst auf den Server geladen werden, was je nach Geschwindigkeit der Internetverbindung viel Zeit in Anspruch nehmen kann. Anders sieht das jedoch aus, wenn sich die Datei bereits auf einem Server befindet, welcher eine Schnittstelle bereitstellt, auf die eine Webanwendung zugreifen kann.

Sind Webanwendungen sicher?

Die Frage, ob Webanwendungen sicherer sind, als Desktopanwendungen, lässt sich nur bedingt beantworten. Bei einer Desktop-Anwendung liegen die Daten entweder im Netzwerk (Zugriff via VPN) oder auf dem Endgerät. Dabei stellt jedes einzelne Endgerät (Tablet, PC, Smartphone, Laptop) einen Angriffsvektor dar, welcher individuell abgesichert werden muss. Auch besteht die Gefahr, sich durch einen Download eine Schadsoftware auf das Endgerät zu laden, welche dann Zugriff auf sämtliche Daten und Dokumente erhalten kann.

Eine Webanwendung hingegen ermöglicht Zugriff auf die Daten über eine standardgemäß per SSL verschlüsselte Netzwerkverbindung zu einem abgesicherten Server. Werden sichere Passwörter verwendet und regelmäßig geändert, ist die Wahrscheinlichkeit eines unberechtigten Zugriffs gering. Eine weitere Absicherung lässt sich mit einfachen Mitteln durch den Einsatz von VPN-Verbindungen erreichen. Der Server kann dadurch noch besser gegen unberechtigte Zugriffe abgesichert werden.

Kosten für die Entwicklung einer Webanwendung

Der nötige Aufwand, um eine Webanwendung zu entwickeln, hängt sehr stark vom nötigen Funktionsumfang ab. Vergleicht man diesen jedoch mit den Ressourcen, die zur Programmierung einer Desktop-Anwendung (inkl. Auslieferung, Installation, Ausspielen von Updates, usw.) ist die Webanwendung der klare Sieger. Denn Desktop-Anwendungen müssen für jedes Betriebssystem und gegebenenfalls für jede Hardware individuell entwickelt werden, während eine Webanwendung lediglich Anforderungen an den Web-Server richtet. Auch Probleme in Sachen Browser-Kompatibilität, die man noch von früher kennt, sind zum Großteil überwunden.

Ein weiterer entscheidender Vorteil: Sind Anpassungen an einer Webanwendung notwendig, werden diese nach der Entwicklungs- und Testphase auf dem Live-System ausgespielt und sind sofort für alle Nutzer verfügbar. Bei Desktop-Anwendungen wäre das nicht der Fall: Jeder Nutzer müsste zunächst das Update installieren - nicht selten führt das aber zu Problemen, weil zum Beispiel ein voriges Update vergessen wurde. Fehler müssen dann häufig einzeln auf jedem Endgerät behoben werden.

Fazit

Webanwendungen erfüllen aktuelle Standards in Sachen Sicherheit und ermöglichen eine deutlich höhere Flexibilität, als lokal installierte Desktop-Anwendungen. Auch ist die Anpassung der Software einfacher und schneller möglich und es reduziert sich der Aufwand der IT-Abteilung für die Sicherstellung des reibungslosen Betriebs für den Nutzer der Software. Unternehmen können durch den Einsatz webbasierter Individualsoftware langfristig Geld sparen und gleichzeitig interne Unternehmensprozesse flexibler umgestalten.

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